Interpreting Paul Watzlawick

quicktime-movie auf CD-ROM Länge 2 x 00:02:17

Ausgestellt 2003 in der Gallerie am Kehrturm in Hildesheim (D) und FH-Dortmund (D) 2002.

"Man kann einen Zustand der Konfusion als das Spiegelbild der Kommunikation auffassen. Mit dieser sehr allgemeinen Definition sei einfach dies gemeint: Wenn ein sogenannter erfolgreicher Kommunikationsvorgang in der korrekten Übermittlung von Information besteht. Und damit die beabsichtigte Wirkung auf den Empfänger hat, so ist Konfusion die Folge gescheiterer Kommunikation und hinterlässt den Empfänger in einem Zustand der Ungewissheit oder eines Missverständnisses."
aus Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit


 

Zur Herstellung der Arbeit:

Die Arbeit „Interpreting Paul Watzlawick“ ist ein Produkt aus einem akustisch aufgenommen 3-Personen Gespräch über Themen des Konstruktivismus mit Paul Watzlawick, André Höschele und Alois Huber, im Juli 2002 im Mental Resarch Institute in Palo Alto / USA. Anschließend wurde der Ton aus den Sprechpausen des Interviews extrahiert so dass das Nichtgesagte, Substanz des Interviews wurde. Die Komposition der einzelnen Sprechpausen-samples entspricht in einer zeitlichen komprimierten Weise, dem Wortaustausch-Verlaufes der drei Gesprächspartner während des Interviews. Die horizontalen Bild-Artefakte (Verzerrungen) wurden nicht beabsichtigt sondern sind Folgeprodukt von Datenkomprimierung. Sie sind charakteristisch für automatisierte Bildbeeinträchtigung zur Reduzierung der Datengröße und zur Beschleunigung des Datenaustausches. Solche niederaufgelösten, grobkörnigen Bilder dienten beim letzten Irakkrieg als visuelles Anschauungsmaterial für Live-Berichterstattungen. Ironisch gesagt hätten ungeschulte Fernsehzuschauer vielleicht annehmen können, die Pixel die sie am Fernseher sehen sind Bestandteil der Irakischen Wüsten-Landschaft.

 

Vergleiche auch:

Codes und Kunst:
F.E.Rakuschan, ArtfuckerBasicKnowledge, Telepolis

"... Personen, die im Umgang mit Kunst keine oder nur wenig Erfahrung haben, nehmen ein kunstcodiertes Kommunikationsprogramm in der Regel als nichtcodiert wahr, d.h. als Störung, Rauschen udgl. Auch wenn eine Kunstartikulation einen Sonderfall von Nachricht darstellt, in der bei aller Interferenz die ästhetische Information über die semantische wiegt, ist sie in ihrer Bezugnahme an die system-/selbstreferentielle Verfahrenslogik des Kunstsystems gekoppelt und mittels adäquater Beobachterleistung dechiffrierbar. Das bedeutet, dass jedes Kommunikationsprogramm, das im ästhetischen Feld der Kunst situiert werden soll - genauso wie das einer anderen Systemreferenz - grundsätzlich nur mittels entsprechender Codierung den Anforderungen gerecht werden kann. In der Regel machen das ausreichend vorhandene Standardisierungen möglich, die als operative Vereinheitlichung von Information und Mitteilung in der Codierung manifest werden. Die Frage nach der Codierung einer Nachricht wird also dann vordringlich, wenn Information, Mitteilung und Annahmeerwartung in einem Akt der Aufmerksamkeit zusammengefasst werden sollen. Noch mehr, wenn der Künstler konzeptuell beobachten will, welche Beobachtungsmöglichkeiten er erzeugt. Oder anders ausgedrückt, wenn er Operationen reflexiver Kommunikation in Gang setzen will, also Kommunikation über Kommunikation. Denn das Reflexivwerden dahingehender Prozesse setzt unbedingt Ausdifferenzierung, funktionale Spezifikation und ausreichend Standardisierung voraus. Das heißt im konkreten Fall, nur die Eigenkomplexität des Kunstsystems (die System/Umwelt-Differenz), seine operationale Geschlossenheit sichert Reflexivität, also die Möglichkeit, den Kommunikationsprozess auf sich selbst rückzubeziehen. ..."